High Five Interview mit Anna Eibl-Eibesfeldt

Das komplette Interview finden Sie auch auf der Instagramm-Seite von Kulturviertel Regensburg:
@kulturviertel.regensburg


Stell dich kurz vor. Wie heißt du, wo lebst und arbeitest du derzeit (künstlerische Arbeit), wie sieht dein künstlerischer Werdegang aus? Warst du schon als Kind besonders kreativ?

Mein Name ist Anna Eibl-Eibesfeldt. Vor drei Jahren bin ich aus dem Westen von München nach Steinach bei Straubing gezogen. Ich habe an den Akademien von  München, Nürnberg, und Genua Kunst studiert und arbeite als Künstlerin, Keramikerin und  Kunstlehrerin.

Warum bist du Künstler:in geworden?

Schon als Kind hatte ich den Traum Malerin zu werden. Lange Zeit erschien mir dies nicht im Bereich des Möglichen. In meinen letzten Sommerferien vor dem Abitur nahm ich an einer Sommerakademie in Marburg teil. Das tägliche künstlerische Arbeiten über drei Wochen war ein Traum. Es fühlte sich absolut richtig an und war sehr bereichernd in der Intensität des Schaffens. Im Anschluss durfte ich in den Herbstferien für zwei Wochen an die Akademie der Bildenden Künste München. Es eröffnete sich mir durch diese Erlebnisse eine veränderte Erfahrung der Welt. Kunst zieht mich in allen Bereichen an. – Ich mache sehr gerne Kunst, lebe gerne mit Kunst, genieße den Kontakt zu Künstlerinnen und Künstlern und lass mich von Kunst aus aller Welt und allen Zeiten faszinieren.

Was inspiriert dich?

Die Malerei ist meine Heimat. Während dem Studium und auch lange Zeit danach habe ich mich intensiv mit Farben, Formen, Untergrund und Schichtung beschäftigt. Zu der Zeit war die Inspiration meistens ein Pigment, eine Lichterfahrung, die ich in Malerei umsetzen wollte. Seit einiger Zeit ist der Ausgangspunkt für meine Arbeiten meistens das Material. Eine besondere Oberfläche, durchsichtiges Porzellan, ein knisterndes Papier, ein Erbstück oder Abfall, eine Gardine oder ein Batzen Ton. Aus der Beschäftigung mit dem Material entstehen weitere Ideen und durch das konzentrierte Überarbeiten und Experimentieren kristallisiert sich die künstlerische Arbeit heraus.

Um was geht es in deinen Werken?

In meiner Kunst möchte ich etwas Schaffen, das ein Erlebnis oder eine Idee aus meiner Erfahrungswelt transformiert und sich so materialisiert. Ich schaffe aus mir selbst und meinem Leben, stelle eigene Regeln auf, erspüre die Lösungswege. Durch die Kunst werden meine Gedanken und Fantasien lebendig und unabhängig. Es ist möglich, die Objekte und Bilder anzusehen, zu berühren und auf sich wirken zu lassen. Man kann sich überraschen lassen oder ärgern. Man kann damit leben oder sie gleich vergessen. Vielleicht spricht die Kunst zum Betrachter, vielleicht verändert sie seinen Blick. Mit der Ausstellung gebe ich meine Werke frei, jeder Besucher kann sich seine eigenen Gedanken machen und wird mit seinen eigenen Erfahrungen in Kontakt zu den Werken treten.

Welche Pläne hast du für die PLK und Kulturviertel.ev?

Schon seit einiger Zeit habe ich mich in den Kunstvereinen in Regensburg umgesehen und versucht als Hinzugezogene in Kontakt mit Künstlerinnen und Künstlern aus der Region Regensburg/Straubing zu kommen. Da ich schon in verschiedenen Ateliergemeinschaften gearbeitet habe, weiß ich, wie sehr mich der Austausch mit  verschiedenen Menschen, mit Künstlerinnen und Künstlern aus unterschiedlichen Fachrichtungen und unterschiedlichen Ideen inspiriert. Schon die Vorbereitungen für das Eröffnungswochenende zeigten, wie sich die Fähigkeiten verschiedener Menschen ergänzen und in Gemeinschaft neue, lebendige und große Projekte realisiert werden können. Ich empfinde es als Privileg an diesem Projekt mitzuwirken und werde sicher viel lernen. Es wird spannend, die weiteren Entwicklungen auf dem Gelände und der Umgebung der Kaserne erleben.